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Die
Modellhaftigkeit der Türkei als ein liberales, gemäßigtes, demokratisches
Land für Länder mit mehrheitlich muslimischer Bevölkerung wird auf
internationaler Ebene oft diskutiert.
Worauf dieses Phänomen des
„offenen, lächelnden Islam“ in der Türkei zurückzuführen ist, wurde jedoch
bis dato nicht oder kaum untersucht und erforscht.
Die nationalistisch
militaristische Ideologie mit ihrer Ausrichtung auf die totale Loslosung von
Religion, Tradition und osmanischer Kultur, der Repression gegenüber der
Religion und der Bevölkerung kann kaum für dahingehende Impulse
ausgemacht werden. Beruhend auf dem Gedankengut des Nationalismus und
Zentralismus der 1930-iger Jahre, diktierte sie zwar den Westen als Vorbild.
Im Grunde war es aber nur der äußere Schein des Westens, den man
zelebrierte. Das Menschenrechtsverständnis, Humanismus, Aufklärung,
Freiheitsideale, Bildungsstandards, nach denen sich Europa nach der Zeit des
Faschismus hin entwickelte, blieben in der Türkei in diesen Kreisen auf der
Strecke.
Die „Säkularisierung“ war
ein sinnvoller und notwendiger Schritt im Demokratisierungsprozess, den
viele islamische Geistliche unterstützten. Aber echte Demokratie und echter
europäischer Säkularismus und Laizismus ist anders als das, was Jahrzehnte
die natioanalistische Einheitspartei der neuen Türkischen Republik
praktizierte.
Die Armee mit ihren ominösen
Dogmen war eher Hemmschuh in der Entwicklung der Demokratie und den
Menschenrechten wie auch der Volkswirtschaft.
Auf der anderen Seite ist
trotz der Umtriebe vieler radikal politisch religiöser Gruppen und vielen
falschen Scheychs ein islamistischer Umstutz des Systems ausgeblieben.
Die geistige Wegbereitung für
den Anschluss an den Westen und die Moderne unter Bewahrung der eigenen
Identität kommt woanders her.
Die Früchte der islamischen
Aufklärung von unten, von der Basis, dank des Risale-i Nur, diesem die
Lehren und das Licht des Korans erläuterndes neuzeitliches Werk und
Korankommentar, und seiner Impulse, sind inzwischen überall zu finden.
Dieser Tatsache muss Rechnung getragen und Anerkennung gezollt werden. Das
Risale-i Nur darf nicht länger Opfer ideologisch verblendeter Ignoranz sein.
In den Bemühungen um das Richtige kann man sich nur mit dem solidarisieren,
dem Solidarität gebührt.
Durch den enormen Zuspruch
der Bevölkerung zum Risale-i Nur bzw. den Ideen aus dem reichen Schrifttum
und den Bücher in Anlehnung an das Risale-i Nur versucht die eine oder
andere Gruppe diese Popularität für sich zu Nutze zu machen. Menschen, die
begonnen haben sich mit dem Risale-i Nur auseinander zu setzen, sehen sich
auch mit vielen kontroversen Haltungen und Meinungen zum Risale-i Nur
konfrontiert.
In der Hinsicht ist zu
beobachten, dass einige aus manchen Kreisen noch nicht begreifen können,
dass Said Nursi einem theokratischen System eine Absage erteilt hat. Die
Unterdrückung und Manipulation der Menschen im Namen der Religion und ganz
generell im Namen einer Ideologie hat er entschieden abgelehnt und bekämpft.
Es ist die
Eigenverantwortung, der individuelle Glaube und die natürlichen Kriterien
für einen Glauben an einen Gott, die er in seinen Schriften herausgearbeitet
hat.
Die Findung des
Gleichgewichts in religiösen Dingen, wie Said Nursi immer wieder betont, ist
extrem wichtig. Wenn das nicht eingehalten wird, wächst Extremismus in die
eine wie in die andere Richtung.
Viele Muslime wie
Nichtmuslime verlieren oft das Grundsätzliche aus den Augen und an
Äußerlichkeiten und Nebensächlichkeiten wird Religion ausgemacht und
Konfliktfelder heraufbeschworen. Das Grundsätzliche, wie Said
Nursi es herausstellt, die menschliche individuelle Freiheit, die Achtung
der Würde des Menschen, friedliches Zusammenleben und vor allem die soziale
Verantwortlichkeit des Einzelnen mit ihren Rechten und Pflichten, ist
deckungsgleich mit den Idealen der modernen, hiesigen Gesellschaft.
Es ist bezeichnend, dass Said
Nursi sich schon vor hundert Jahren für diese Ideale eingesetzt hat.
Durch falsche Interpretation
und Wiedergabe der Schriften von Said Nursi und wegen der Haltung radikaler
Linker und Rechter, Militaristen und gewisser Ideologen ist vielfach ein falsches
Bild von Said Nursi gezeichnet worden, was auf mancher Ebene eine nähere
Auseinandersetzung mit seinen Ideen und Werken verhindert auf der anderen
Seite aber auch gefördert hat.
Angesichts der weltweiten
Terrorgefahr, dieser geistigen Krankheit, Verwirrung und Abirrung in der
islamischen Welt, sehen wir absolut die Notwendigkeit des Umdenkens mit dem
Umgang von Islamdenkern, die erwiesenermaßen Lösungswege eröffnen.
Gerade auf diese
anarchistische Gefahr und dem vielschichtigen Missbrauch der Religion hat
Said Nursi immer wieder hingewiesen.
Für die geistige
Auseinandersetzung mit dem Extremismus und den extremistischen Islamgruppen
und für einen gemeinsamen Einsatz für die Menschlichkeit ist das Risale-i
Nur als umfassendste authentische Koranauslegung in und für unsere Zeit
die erfolgversprechendste beste Möglichkeit dem entgegenzutreten und dem
den Boden zu entziehen, dass die Menschen in ihrer muslimischen Identität
zum wahren Geist des Islam zurückfinden, was vor allem heißt
verantwortungsvoll sein und friedvoll sein.
Es ist ein breiter
Themenkomplex und breite Aufgaben, die man angehen muss und wo Einsatz
absolut notwendig ist.
Als Risale-i Nur Institut
möchten wir eine objektive und sachliche Auseinandersetzung mit dem Islam,
mit dem
Schriftgut und den Gedanken Said Nursis ermöglichen und aufwerfen sowie das,
was seit Jahrzehnten an Entwicklung da ist, ins Bewusstsein bringen und
thematisieren.
Aufklärung tut Not - für eine
gegenseitige Verständigung, für Integration und einem guten Miteinander und
dem Einsatz für das Richtige.
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